Das Stafetten-Tagebuch

Die Stafette 2014 miterleben – tagesaktuelle Berichte der Teilnehmer

6. Etappe: Neu-Nuifra – Lampertsloch

Samstag, 12. Juli 2014

Der letzte Tag und kultureller Höhepunkt beginnt mit strahlendem Hochzeitswetter. Wir reiten von Drachenborn-Birlenbach, unserer Station, zum Treffpunkt der Hochzeitsreiter in knappen 2 Stunden. Die Hochzeit findet statt auf dem Soultzerkopf und wird dreisprachig (französisch, elsässisch und englisch) gehalten. Vermutlich sind auch Teile der Zeremonie aus alter und neuer Heimat des Brautpaares. Die Braut ist Wanderreiterfreundin Alice Ridell, wie der geübte Blick auf die Acessoires am Sattel zeigt.

Nach der Trauung folgen knapp 40 Pferde dem Brautpaar hinab zum Empfang auf der Wiese oberhalb Lampertsloch. In der Mitte von Lampertsloch überreicht Wanderrittführer (DWA) Hansjörg Ruof den Stafettenstab an die Braut – die ihn weitertragen wird in Richtung Fischerhof in Reckenthal im Westerwald.
Wir reiten zurück in einer starken Stunde – passieren als letzte Herausforderung einen reißenden Bach in tiefer Schlucht, neben einer eingebrochener Brücke.
Zurück an der Station lassen wir die erlebnisreichen Tage Revue passieren und haben schon Ideen für die nächste Reise in diese besondere Welt der Wanderreiter.

Freitag, 11. Juli 2014

Wieder machen wir die Erfahrung, wie wir über die Pferde die Menschen erreichen. Am Germanshof gibt es Pferdebegeisterte Wirtsleute und viele Ideen für die Wanderreiter in der Pfalz und im Elsass. Als Wanderreiter ist man immer auf den Geheimpfaden der Einheimischen unterwegs, abseits vom „mainstream“. Ein sonniger Tag lädt uns ein, den Col du Pigeonnier zu besteigen. Mittagrast ist die zerfallene weiße Kapelle mit traumhaftem Blick auf Climbach. Im warmen Sonnenschein nach ansprechendem Mittagsbuffet genießen wir das Leben wie Gott in Frankreich.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Zum Ausgleich des gestrigen längeren Tages – steht heute wieder die Entdeckung der Langsamkeit auf dem Programm. Wir genießen noch mal die endlosen Galoppwege im Bienwald und erreichen mühelos die erste Rast am Kakteenland in der Südpfalz. Der Weg geht weiter nach Westen über offene Flächen in der Niederung – ein schöner Kontrast zum Schwarzwald. Nach einer starken Stunde erreichen wir das Deutsche Weintor (www.weintor.de), wo wir spontan eine weitere Rast einlegen und per Zufall Alison Ridell treffen – deren Hochzeit am Samstag im Elsass unser Etappenziel ist. Der lebensfrohe Geist von Südpfalz und Elsass verlängert die Rast deutlich – und so kommen wir erst am Abend zum Etappenziel am idyllisch gelegenen Germanshof (www.st-germanshof.de). Wir passieren davor auf der Halbhöhe die Weinberge, deren „sonnenverwöhntes“ Produkt uns bereits bekannt ist.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Muggensturm nach Schleithal (F).
Die heutige Etappe war die längste und technisch anspruchsvollste Etappe. Eine umfassende Gelassenheitsprüfung im modernen Straßenverkehr liegt hinter uns und die Reiter (… und Pferde) dürfen stolz auf diese Leistung sein. Wir haben bei der Durchquerung der Rheinebene auf dem Weg nach Frankreich sämtliche Anforderungen des modernen Straßenverkehrs gemeistert. Autobahnbrücken, Brücken über ICE Trassen, Unterführungen mehrspurig oder eng und sehr niedrig, Kreuzungen mit und ohne Ampelregelung, Autofähre über den Rhein etc.
Das Letzte Stück ging es durch den Bienwald auf langen weichen Sandwegen bis nach Schleithal, der Wanderreitsstation „ferme bleu“ unserer Wanderreiterfreundin Gaby Schintke. Gaby hat hier am Fusse der Vogesen eine sehr sympathische malerische Station aufgebaut. Sie selbst ist langjährige Wanderreiterin und praktisch ständig mit ihren Pferden unterwegs. Sie kennt jeden Pfad in der Umgebung und teilte gerne ihre Erfahrung mit interessierten Gästen. Auf dem Weg in die Vogesen ist diese Station ein Muss für alle Wanderreiter.

Dienstag, 8. Juli 2014

Loffenau nach Muggensturm.
Das Wetter dreht – am Morgen ziehen Nebelschwaden über Loffenau und hüllen Teufelsmühle und die umliegenden Bergrücken ein. Wir sind frohgemut und unternehmenslustig, nicht zuletzt wegen des schönen Abends in Steffi’s Diner (www.steffis-diner.de) am Grillfeuer und dem üppigen Frühstück im Magen. Die Route führt über den Bernstein zum Moosalbtal. Von Westen ziehen Nebelfetzen und Regenschauer über uns hinweg – wir sind am Berg entlang der Höhenlinie geschützt und sehen den Wind in den Baumgipfeln mehr als er spürbar ist.
Wir passieren am Grat die historische Grenze zwischen Baden und Württemberg. Im Isländergestüt Mönchshof werden wir herzlich empfangen und dann führt uns der weitere Weg auf 120 m Meereshöhe hinunter in die Rheinebene, wo wir am Aulachhof (www.gestuet-moenchhof.de) die Pferde unterbringen.

Montag, 7. Juli 2014

Ein wunderschöner Reittag liegt hinter uns. Aufgebrochen im mystischen Nebel und dann hinauf durchs Hochmoor in Richtung Bannwald und Wildsee. Ein Teil des Nationalparks Nordschwarzwald. Der Höhepunkt der Route liegt auf der Teufelsmühle mit 908 m. Bei klarem Wetter hat man von hier erstmals den Blick in Richtung Rheinebene und Vogesen.
Wir steigen dann 600 m  hinunter nach Loffenau durch eine wilde Klamm und werden herzlich empfangen von Freunden bei Sigi Hüttig’s Reiterhof  – wo die warme badische Sonne die Stimmung beflügelt.

Sonntag, 6. Juli 2014

Die Stafette 2014 wandert weiter. Von der Bilderbuch-Wanderreitstation Farrenhof im Nordschwarzwald (www.farrenhof-schwarzwald.de) reiten wir durch das kleine Enztal hinauf ins verwunschene Meistern, wo uns ein ansprechendes Picknick erwartet. Nach Genuss und Mittagschlaf in der Sonne geht es weiter in großen Serpentinen hinunter zur Kälbermühle ins Enztal und weiter zum Ziel der heutigen Etappe in Sprollenhaus: Die Pferde stehen malerisch am Bachlauf auf privater Wiese und die Reiter treffen den Gründer der Deutschen Wanderreiterakademie Herbert Fischer (www.deutsche-wanderreiter-akademie.com) im Hirschen, wo Eindrücke des Rittes und Erfahrungen aus der Wanderreiterszene ausgetauscht werden. Das Wetter dreht am Abend – es wird spannend – bei gutem Wetter soll Picknick auf der Teufelsmühle sein, dem höchsten Punkt der Reise auf knapp 1000 m. Wir drücken die Daumen ...

Donnerstag, 3. Juli 2014

Am 3. Juli hat Hansjörg Ruof, Geländerittführer der DWA von den Schöckenreitern (www.wanderreiten-im-heckengäu.de) und Sprecher der Wanderreitinitiative im Heckengäu, genannt „das Heckengäule“ (www.heckengaeule.de), gemeinsam mit Bärbel Ruof und Anja Wölfle vom Vorstand der Wanderreitervereinigung im Nordschwarzwald (www.wanderreiten-nordschwarzwald.de) den Staffelstab von Silke Hillebrecht übernommen, die vom Bodensee kommend bis in den Schwarzwald geritten ist.  

Treffpunkt war das Zinsbachtal, wo in einem völlig entschleunigten Biergarten die feierliche Übergabe zelebriert wurde. Hansjörg wird den Staffelstab durch das Heckengäu, quer durch den Schwarzwald und die Rheinebene, bis ins Elsass bringen und am 12. Juli anlässlich der Hochzeit von Alice Ridell (www.alice-en-selle.com) an diese weitergeben. Nach Pausentagen am Freitag und Samstag geht der Ritt weiter von der traumhaften Wanderreitsstation „Farrenhof“ (www.farrenhof-schwarzwald.de).

5. Etappe: Bodensee – Neu-Nuifra

Donnerstag, 26. Juni bis Mittwoch, 2. Juli 2014

In einer Woche vom Bodensee in den Schwarzwald – eine erlebnisreiche Zeit liegt hinter uns, den 3 Mädels vom Bodensee: Silke Hilbrecht (www.panoramaritte.de), Geländerittführerin DWA, mit ihren Pferden Apache, Rasta und Karl-August, Andrea Jäger und Irmgard Henßler. Der Wettergott meinte es gut mit uns und so konnten wir die tolle Landschaft genießen: wie unterschiedlich allein schon die verschiedenen Wälder sein können! Den Hegau mit seinen markanten Vulkankegeln ließen wir schon nach dem 1. Tag hinter uns, es ging vorbei am Donautal, wo uns eine Mittagspause mit herrlichem Panoramablick auf’s Donautal vergönnt war. Weiter dann durch Flusstäler und über Ebenen, die schon fast an Steppen erinnerten. Bei den Wanderreitstationen wurden wir immer herzlich willkommen geheißen und bestens versorgt, die Unterkünfte gingen von einfachen Feldbetten über liebevoll ausgebaute Bauwägen bis hin zur an Luxus grenzenden Ferienwohnung. Die Pferde meisterten die rund 180 km bestens, auch wenn man das ein oder andere Mal etwas Humor brauchte, etwa als Rasta, um sich die Füße nicht nass zu machen, einfach an den Bach kniete, um zu trinken ...

4. Etappe: Lindenberg – Bodensee

(Texte und Fotos: Arno Wisiak)

Mittwoch, 25. Juni 2014

Heiligenberg – Mindersdorf.
Die letzte Etappe wird angegangen, entlang kleiner Bachläufe folgen wir dem Weg durch kühle Wälder und über weite Felder, immer wieder bieten sich tolle Ausblicke über das Land. Da wir gut unterwegs sind, machen wir noch einen Einkehrschwung zum Tipihof, bevor wir die letzte und fünfte Station erreichen – die Eckartsmühle bei Mindersdorf von Sandra und Gerry Wendel (www.wanderreiten-am-bodensee.de)
Hier werden wir bereits erwartet und übergeben das Staffelholz an Silke Hilbrecht, welche die nächsten Etappen der Stafette übernehmen wird und wünschen ihr viel Glück.
Wir genießen noch den Abend beim gemeinsamen Essen und werden morgen einen Pausentag einlegen, die Stafette endet hier für uns, aber nicht der Ritt – wir ziehen anschließend weiter durch den schönen Hegau bis nach Gailingen am Rhein nahe der Schweizer Grenze …

Dienstag, 24. Juni 2014

Mennwangen – Heiligenberg.
Die Route führt heute erst bergauf nach Heiligenberg, hier hat Seppi auf dem fürstlichen Gestüt Boxen organisiert und für uns dann sogar noch eine Führung durch das Schloss Heiligenberg – wir genießen nicht nur die Landschaft und die lokale Küche, sondern erfreuen uns auch der Kunst und Kultur – Wanderreiten eben … !
Den Abend verbringen wir auf Station 4 in der Nähe von Heiligenberg, wir sind zu Gast bei Barbara Föckler auf dem Neuweilerhof (www.neuweilerhof.de)

Montag, 23. Juni 2014

Tettnang – Mennwangen.
Heute heißt es früh raus – Frühstück um 6:30, Abritt um 08:00 – die längste Etappe mit gut 40 km steht bevor – der Wetterbericht bringt hohe Temperaturen und wolkenlosen Himmel, also nützen wir die kühlen Morgenstunden.
Die Ritt geht erst durch den Tettnangner Wald und dann durch zahllose Obstplantagen und Hopfenfelder, Mittagsrast wird in der Weihermühle gemacht wo wir und unsere Pferde bestens versorgt werden.
Nach längerer Mittagspause furten wir über die Rotach und  erklimmen auf schönen schmalen Pfaden durch den Wald den Gehrenberg oberhalb von Markdorf mit Aussicht über den Bodensee.
Es nähert sich eine Gewitterfront und wir beschließen uns nicht allzulange auf exponierter Lage aufzuhalten, der Wind frischt dann auch schnell auf und die ersten Tropfen fallen, doch vom Gewitter bleiben wir zum Glück verschont.
Am Abend erreichen wir dann unsere dritte Station, den Hubertushof bei Mennwangen (www.hubertushof-steidle.de), wo unsere Pferde ihr Quartier finden, wir hingegen übernachten in einem nahegelegenen kleinen Landhotel.

Sonntag, 22. Juni 2014

Möggers (A) nach Tettnang (D).

Beginn des eigentlichen Stafettenrittes – heute geht es vom Bauernhof des Heidegger Alois in Möggers/Österreich Richtung Tettnang nach Deutschland zu unserer ersten Station, der Argental Ranch von Vetter Seppi und Familie (www.argental-ranch.de) .

Der Weg führt erst auf knapp 1000 Höhenmeter mit fantastischem Ausblick über den Bodensee, anschließend geht es dann über 500 Hm hinunter bis an einen kleinen Grenzfluß, der Leiblach, welcher wir ein schönes Stück folgen werden und auch die Pferde ihre Beine im Wasser kühlen können.

Durch schöne Weiler reiten wir dann zum fliegenden Bauern – einem kleinen Sportflugplatz, der auch eine tolle Einkehrmöglichkeit bietet und wo die Pferde im Schatten angebunden werden können.

Nach einer weiteren Rast beim Schloss Achberg folgen wir dann der Argen bis zum Hof von Seppi, der sich uns am nächsten Tag anschließen wird. An diesem Abend kommt auch noch ein weiterer Teilnehmer aus Österreich dazu – Michael Mayer aus Götzis.

Die Truppe ist nun vollzählig und beim gemeinsamen Grillen am Lagerfeuer werden Geschichten bis spät in die Nacht erzählt.

Samstag, 21. Juni 2014

Stafettenübergabe in Lindenberg. Von Lindenberg reiten wir wieder zurück zu unserem Startpunkt in Möggers/Österreich, wo wir und unsere Pferde übernachten, wir – das sind Cornelia Bebrou aus Buchloe, Christa Heine aus Bodnegg, Stefan Streit aus Baumkirchen im Tirol und Arno Wisiak aus Dornbirn in Voralberg.

Den Abend lassen wir bei einem gemeinsamen Abendessen hoch über dem Bodensee mit einem spektakulären Sonnenuntergang ausklingen.

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