Das Stafetten-Tagebuch

Die Stafette 2014 miterleben – tagesaktuelle Berichte der Teilnehmer

3. Etappe: Drei-Länder-Eck – MAYSER in Lindenberg

Samstag, 21. Juni 2014

Nun beginnt der letzte Abschnitt für unsere Gruppe. Geführt von Erich Küffner in Begleitung von Thomas Burgey reiten wir über verträumte Weiler und idyllische Waldwege nach Lindenberg. Auf dem Stadtplatz bläst Erich Küffner das Parforce Horn und übergibt die Grußbotschaft des Schweizer Bürgermeisters aus St. Moritz an den Lindenberger Bürgermeister. 

(Foto: Petra Küffner)

Übergabe des Staffelholzes auf dem Stadtplatz von Lindenberg, Allgäu:

Erich Küffner – Wanderrittführer der Akademie (mit Parforce-Horn) – übergibt an Arno Wisiak – Geländerittführer der Akademie.
(Foto: Martin Stellberger)

Die Übergabe des Staffelholzes an Arno Wisak wird kommentiert von Herbert Fischer, 1. Vorsitzender der Deutschen Wanderreiter-Akademie, im Beisein eines Vertreters der Hutmanufaktur Mayser.

(Foto: Petra Küffner)

Wander-Rittmeister Herbert Fischer erklärt dem Bürgermeister von Lindenberg und Gemahlin das Staffelholz – nach Übergabe der Grußbotschaft des Bürgermeisters von St. Moritz.
(Foto: Martin Stellberger)

(Fotos: Martin Stellberger, Autor des Buches „Grenzritt in Freiheit und Freundschaft“)

Freitag, 20. Juni 2014

Wir brechen heute zu einer Etappe von über 45 Km auf. Zunächst geht es einen steilen Anstieg hinauf zum Buchenberg bei Kempten. Auf dem Waldgrat reiten wir weiter nach Westen, durchqueren auf Forstwegen tiefe Schluchten mit wildromantischen Tiefblicken. Beim Überqueren von Weideflächen der Wenger Egg Alpe reiten wir zwischen 150 Stück neugierigen Jungrindern und fühlen uns mit unseren Criollos ein wenig wie die Gauchos in Südamerika. Nach einer Stärkung auf der Wenger Egg Alpe haben wir noch 25 Km vor uns, welche durch eine Einkehr bei Kaffee und Kuchen in einer Schaukäserei bei Meierhöfen verkürzt werden. Zufrieden und müde kommen wir am Abend in Giesenberg an, wo uns nach dem Versorgen der Pferde der Hausherr Thomas Burgey auch noch kulinarisch verwöhnt. Am Lagerfeuer schwelgen wir in vergangenen und zukünftigen Reitabenteuern.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Heute reiten wir über Oy Mittelberg auf Allgäuer Bergblumenwiesen und kleinere Weiler Richtung Oberzollhaus. Eine sehenswerte Pfarrkirche mit imposantem Zwiebelturm in Peterstahl, die den Aposteln Peter und Paul geweiht ist – manche zählen sie zu den schönsten Dorfkirchen des Allgäus – weist uns den Weg. Vorbei am Rottachspeicher zum Oeschle See und weiter zur Iller. Dieser folgen wir nun bis zum Niedersonthofener See. Einem kleinen Gewitter sind wir davon geritten, ein Regenschauer holte uns dennoch ein. Eine angenehme Abkühlung. Abendessen und Übernachtung am Niedersonthofener See im Oberallgäu.

Mittwoch, 18. Juni 2014

Nun geht es innerhalb eines Vier-Tages-Rittes vom Ostallgäu ins Westallgäu bis nach Lindenberg. Wir reiten mit einer kleinen Gruppe von 7 Reitern Richtung Westen. Leider können 2 Teilnehmer wegen Erkrankung nicht mit reiten. Wir wünschen gute Besserung.

Auf unserem Campo el Cazador an der Romantischen Straße in Prem satteln wir unsere Criollos und reiten am Forggensee mit Blick auf die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein entlang. Über den Staudamm weiter nach Roßhaupten. Auf dem Naturpfad durch den Senkelewald nach Hopferau. Im Schatten der Burgen Eisenberg und Hohenfreyberg nach Nesselwang. Die Flussüberquerung der Wertach bei Maria Rain beschließt unser Tagesziel auf einem idyllischen Bauernhof. Nach dem Versorgen unserer Pferde sind wir heute Abend zum Fischessen eingeladen. Fangfrisch aus dem Räucherofen bekommen wir die besten Forellen serviert. Mit einem Gläschen Weißwein stoßen wir auf einen wunderbaren Reittag an.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Von nun an begleitet uns der Lech, dem wir zunächst für 5 km vorbei an Reutte Richtung Nordwesten folgen. Ab dann führt unser Ritt nach Norden über die Fürstenstraße entlang des Alpsees vorbei an Füssen nach Hohenschwangau. Am Fuße der Königschlösser über Allgäuer Bergwiesen kommen wir zur Endstation unserer Reise nach Prem am Lech. Reitzeit ca. 6 Stunden.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Im Blick vor uns die Zugspitze reiten wir durch den Ehrwalder Kessel nach Lermoos. Auf dem Panoramasteig nun Richtung Westen über Bichlbach und Heiterwang gelangen wir nach Reutte. Unter der Festung Ehrenberg übernachten wir in einer Pension.

Reitzeit ca. 6 Stunden

Dienstag, 10. Juni 2014

Heute überqueren wir den Fernpass, vorbei am Fernsteinschloss hinauf zu Fernpasshöhe. Dann leichter Abstieg vorbei am Weißensee und den Loisachquellen hinunter nach Biberwier.

Übernachtung im Hotel. Reitzeit ca. 5 Stunden.

Montag, 09. Juni 2014

Auf Steigen, welche uns zum Talboden der Pize bringen, reiten wir weiter Richtung Norden nach Imst. Nun durch das romantische Gurgltal mit Blick auf Tschirgant und das Wettersteinmasiv. Am Ende des Gurgltals übernachten wir in einem Landgasthof.

Reitzeit ca. 6,5 Stunden.

Sonntag, 08. Juni 2014

Unser Begleiter – der Inn – weist uns den Weg ca. 10 km bis nach Prutz. Hier verlassen wir das Inntal und reiten auf steilen Wiesenpfaden aufwärts zur Pillerhöhe am Kaunergrat, ein Übergang aus der Keltenzeit, um von hier ins Pitztal zu gelangen. Nach der Durchquerung des Piller Hochmoores erreichen wir Neu-Amerika.

Wir übernachten auf einer Ranch. Reitzeit ca. 6,5 Stunden.

Samstag, 07. Juni 2014

Nachdem Erich Küffner mit seiner Gruppe schon am 31.05.14 in Füssen in Bayern gestartet ist, hat er gestern das Staffelholz auf 2000 Höhenmetern übernommen und ist nun auf der Via Claudia Augusta unterwegs nach Füssen:

Wir verlassen Italien in Richtung Norden und kommen über Wiesenwege nach Nauders in Österreich. Unser Trail führt uns auf Serpentinen am Reschen Pass hinunter nach Pfunds, wo wir bei Altfinstermünz den Inn überqueren. Auf schattigen Steigen durch Hochwälder und entlang des Inns kommen wir nach Tössens, dem Ziel unserer Tagesetappe.

Übernachtung im Landgasthof. Reitzeit ca. 6 Stunden.

2. Etappe: San Jon – Drei-Länder-Eck A/CH/I

Freitag, 06. Juni 2014

Nach einem steilen Aufstieg erreichen wir die Reschner Alm, welche sich oberhalb des Reschenpass, einer der wichtigsten historischen Alpenübergängen, welcher schon in vorrömischer Zeit als Saumpfad das obere Inntal mit dem Vinschgau im Süden verband, befindet. Hier am „Dreiländereck Reschen – Nauders – Tschlin“ übergeben wir das Staffelholz an Erich Küffner!

Donnerstag, 05. Juni 2014

Nach einem heftigen Aufstieg gelangen wir zur Brugger Alm, wo wir einen atemberaubenden Blick über das Vinschgau geniessen. Weiter reiten wir nach Reschen am Reschensee. Hier befindet sich das meist abgebildete Fotomotiv des Vinschgaus – der Kirchturm von Alt-Graun. 1950 musste ein Dorf dem Bau des Stausees weichen und als Erinnerung daran ragt heute der Turm aus dem See. Nachtquartier mit Blick über den Reschensee.

Mittwoch, 04. Juni 2014

Von Sta Maria reiten wir vorbei am Kloster St. Johann, Müstair, mit der Statue Karls des Grossen und dem einzigartigen Freskenzyklus. Das Kloster wurde 1983 als Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Weiter geht es zur westlichsten Gemeinde Südtirols, noch immer im Münstertal, nach Taufers in Italien. Dem Rombach folgend erreichen wir Laatsch, ein Dörfchen mit ländlichem Charme mit der stolzen St. Leonhard-Kirche inmitten einer intakten Naturlandschaft.

Zu Füssen des Arundatales kommen wir nach Schleis mit der eindrucksvollen Pfarrkirche Laurentius und folgen danach dem Flüsschen Etsch zum schmucken, vinschgauer Bauerndorf Burgeis, welches reich an Erkern, Torbögen, Fresken und Freitreppen ist. Hier befindet sich die höchstgelegendste Benedikterabtei Europas, eine Stiftung der Edlen Herren von Tarasp, das Kloster Marienberg. 

Übernachtung in Burgeis.

Dienstag, 03. Juni 2014

Von der Alp Buffalora reiten wir hoch nach Juf Plaun und danach durch das malerische und unberührte Val Mora nach Sta Maria. Natur pur! Übernachtung in Sta Maria.

Montag, 02. Juni 2014

In kleiner Runde, reiten Men Juon mit Nabucco und Brigitte Prohaska mit Lancelot sowie Mia, unsere 10jährige Mischling-Hündin, dem Dreiländereck entgegen, wo das Staffelholz am Freitag den 6. Juni Erich Küffner übergeben wird. 

Entlang dem Flüsschen Clemgia reiten wir nach S-charl. Während mehr als 300 Jahren wurde hier Blei und Silber abgebaut und geschmolzen. Hier, neben dem Schweizerischen Nationalpark, wurde 1904 der letzte Braunbär erlegt. Zurzeit beschäftigt man sich mit der möglichen Rückkehr des Braunbären in die Schweiz. Weiter geht es nach Tamangur, vorbei am höchstgelegenen Arvenwald Europas, hoch nach Funtana da S-charl (2393 m ü.M.) und weiter zur Ofenpasshöhe (Süsom Givè) nach Buffalora. Übernachtung im Hotel Süsom Givè.

1. Etappe: St. Moritz – San Jon

Sonntag, 01. Juni 2014

Zum Abschluss führte uns unser Weg von Ramosch aus wieder in Richtung Scuol. 

Die Stimmung war gut, „Country Roads“ und Deutsche Klassiker begleiteten uns auf dem Weg nach San Jon zur Stafettenstab-Übergabe. 

Eine neugierige Kuhherde, der Inn mit starker Strömung und Farbe und letzte gute Gespräche im Einklang mit unseren Pferden und schöner Natur liessen uns wohlbehalten in San Jon eintreffen, wo wir schon sehnsüchtig von Kameras, Schaulustigen und Men Jon auf seinem Pferd erwartet wurden. 

Der Stafettenstab wurde feierlich übergeben und auf uns wartete ein schöner Abschlussabend auf San Jon mit Klasse Bewirtschaftung. 

Unser Schlussfazit der ersten Stafettenetappe: Es hätte besser nicht sein können; brave Pferde, tolle Übernachtungsstationen und die Begegnung mit verschiedensten Menschen liessen unseren Horizont erweitern und die Tour so schnell nicht vergessen.  

Danke an alle die dabei waren und uns so tatkräftig unterstützt haben.

Samstag, 31. Mai 2014

Mit einem Liter frischer Milch von dem Bauern, der unsere Pferde übernachten lies, starteten wir unseren kürzesten Weg dieser Woche. 
Im Hotel Bellavista wurden wir von vorne bis hinten verwöhnt; man was gings uns gut!


So gut ernährt setzten wir uns gerne auf`s Pferd. 


Die Sonne strahlte warm vom blauen Himmel, das schöstne Wetter begleitete uns durch frühlingshafte Wiesen nach Scuol, auf einen Kaffee am Camping Sur-En bis hin zu dem faszinierenden Skulpturenweg oberhalb Sur-En. 


Unsere Pferde bekamen ein schönes Plätzchen bei einer Schafbäuerin, unsere Pension war gemütlich eingerichtet und wir genossen die Gastfreundschaft in Ramosch in vollen Zügen.

Freitag, 30. Mai 2014

Tag 3 begann zuerst mit einer herzlichen Begrüssung unserer zufriedenen und offensichtlich gut erholten Pferde (ausgestreckte Körper im Morgenlicht auf der Wiese) und anschliessend mit einem Frühstücksbuffet der Extraklasse. Das Hotel Bär-Post in Zernez verwöhnte uns in allen Bereichen und liess uns gut erholt in den Sattel schwingen. 

Auf schönen Trabstrecken durch Wiesen und Wälder vorbei am Vereina-Autoverlad-Tunnel, mitten durch das malerische Guarda bis nach Ftan, wo uns die Sonne und das herzig eingerichtete Hotel Bellavista am späteren Nachmittag erwartete.

Ein grosses Kompliment hier an unsere Pferde, die die längste Etappe der 5 Tage heute mit Bravour gemeistert haben und uns durch die schönste Landschaft getragen haben. 

Bei einem Gläschen Wein, hausgemachter Pizza und hervorragender Engadiner Glace geht nun unser dritter Stafettentag zu Ende.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Am zweiten Stafettentag starteten wir um 10.00 Uhr mit 10 motivierten Reitern und Pferden in Richtung Unterengadin / Zernez. 

Zwitschernde Vögel, Rehe und ab zu auch mal die Sonne begleiteten uns durch Zuoz, oberhalb S-chanf, über Chapella bis nach Brail, wo wir bei einem Lunch und Löwenzahn den Engadiner Frühling genossen. 

Von dort aus begann der Endspurt: Nur noch wenige Kilometer bis nach Zernez, wo die Pferde eine saftige Weide und uns unser gemütliches Hotel Bär mit seinen traumhaft eingerichteten Zimmern erwartete. 

Längere Trababschnitte und kleinere Galoppwege liessen uns unsere Reitzeit an diesem Tag nicht lang erscheinen; Glück für uns, denn nach einer wohlverdienten Entspannungspause wartet nun ein reichhaltiges, typisches Engadiner Abendessen auf uns. 

Mittwoch, 28. Mai 2014

Mit insgesamt 13 Reiterinnen und Reitern mit ihren wunderbaren Pferden machten wir uns vom Startpunkt, dem Segelclub St. Moritz, nach einem reichhaltigem Apero auf in Richtung Madulain zur Engadin River Ranch. Der erste Teil der Etappe führte uns auf einen 1950 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Aussichtspunkt mit fantastischem Blick auf St. Moritz und seinem glasklaren See.

Ein Genuss mehr dieses Tages war das Mittagessen auf Europas höchstgelegendem Flugplatz, nämlich in Samedan.

Weiter gings Richtung Bever, wo uns Wilfried, einer unserer einheimischen Mitreiter zu Kaffee und Kuchen auf seine Ranch eingeladen hatte.

Gott sei Dank hatten wir Glück mit dem Wetter; Petrus mit Schweizer Schocki zu bestechen hatte sich gelohnt!

Im Endspurt gings dann zur River Ranch nach Madulain; sommerliche 8 Grad, ein grosses Lagerfeuer und ein schmackhaftes Barbecue: So kann ein toller, erster Stafettentag bei Rotwein und Tafelspitz zu Ende gehen.

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