Das Stafetten-Tagebuch

Die Stafette 2013 miterleben - tagesaktuelle Berichte der Teilnehmer

3. Etappe - Böhmische Impressionen

Teilnehmer: Carla, die immer schlimmer wird; Alt-68-Achim; Wolli und Jochen, die ihr 10-jähriges feiern; Patronengurt-Nadine; Lisa, die ihren Namen tanzen kann; Staffelholz-Frank; Jägermeister Ingo

Sonntag 30, Juni 2013

Ein kurzer Abschiedsritt am Gebirgsbach.
Rückblick:
Wir haben wieder ein Stück der Welt erritten. Ein spannender, ein anspruchsvoller Ritt in angenehmer Gesellschaft, mit kulinarischen Genüssen, mit kulturellen und historischen Höhepunkten, und diesmal haben wir auf der Suche nach der Blauen Blume nicht nur einen Hauch von Abenteuer, sondern einen echten Sturm erlebt. Wir sind fast heil davon gekommen, nur unsere Hinterteile und das Gesicht von Jägermeister Ingo brauchen ein paar Tage Ruhe. Und wir sind glücklich über 190 schöne Kilometer.
Einen Dank an die Wanderreiter-Akademie, dass wir dabei sein durften auf der Stafette 2013 um Böhmens Symphonie zu erleben.

Samstag 29. Juni 2013

Was für ein Tag!
Wolli, Jochen und Robert haben bei den Pferden im Obstgarten geschlafen: Sonnenaufgang über einer im Gras liegenden Pferdeherde. Die Gebirgspassagen sind heute nicht so anspruchsvoll wie gestern. Pfefferminzschnaps-Mittagspicknick im Hochwald. Lachen und Reiten im Gleichklang. Gruselgeschichten und Slibowitz. Erna was kosten die Kondome? Es ist immer gut einen Malermeister dabei zu haben. Essen und Trinken unter dem Himmelszelt, die Glocken der alten Dorfkirche erinnern uns: feiert Euch selbst und dankt den Göttern für solch einen schönen Ritt!

Freitag 28. Juni 2013

Heute reisen wir in Sachen Kultur und einem dicken Hauch von Abenteuer: wir wissen jetzt warum die Nonnen des berühmten Klosters Marienska Tynice so viele Pickel hatten: in den Nonnen-Badeteich flossen auch die Abwässer des Donnerbalkens. Nach einem spektakulären Kletter-Auf- und Abstiegs vom Höhenkamm des Maneyinsky (vielen Dank diesen trittsicheren Pferden) ereichen wir die "Barockperle Westböhmens" um dort standesgemäß im Schloss des Johanniterordens zu residieren. Unsere Pferde wohnen am Park.

Donnerstag 27. Juni 2013

Der Tag beginnt mit Armbrustschiessen auf Böhmens berühmtester Bush Krivoklat. Herrliches Wetter. Standesgemäß reiten wir durch den TriumphBogen des 800-jährigen Stadttores und werden beim Durchreiten der Marktstände vom Volk bestaunt und bejubelt. Heute reiten wir uns den Arsch platt und erreichen durch herrliche Landschaft nach 40 km unsere Pension.

Mittwoch 26. Juni 2013

Wunderschöne Landschaft zwischen Lany und Rekovnik. Das erste Picknick ohne Regen am idyllischen Bergsee. Nach den Regenfällen der letzten Tage war unsere Moordurchquerung ein echtes Abenteuer: Achim (der jetzt Moorkönig heisst) geht mit seinem Pferd im Morast unter. Nachdem wir Achim gemeinsam zwei Stunden abgeschrubbt haben, durfte er jedoch noch im Jagdzimmer unseres tollen Hotels "Zum Hirsch", unter romantischen Jagdszenen in Öl, speisen. Zur Wahl für die Hirschberger: Hirschgulasch, Hirsch mit Knödeln, Hirschsauerbraten, Hirsch mit...

Dienstag 25. Juni 2013

Vor dem Frühstück im Morgen-GRAUEN: Regenbaden im Swimmingpool. Singing in the rain: gute Laune trotz Dauerregen. Schlammpassagen am Abgrund des Wildbachs - wilde Galoppaden im Hochwald und über Stoppelfelder. Waldhausbesetzung für ein trockenes Picknick. Ab morgen kein Alkohol mehr...

Montag 24. Juni 2013

Rittmeister-Walzer auf dem Prager Karlsplatz. Feierliche Staffelholz Übergabe vor dem Fenstersturz-Rathaus. Viele Bachdurchquerungen und abenteuerliche Kletterpartien im Felsengebirge bei der Kaiserburg Karlstein. Abends großes Gelächter beim Pilsener Urquell. Was sagt die Schnecke wenn sie auf der Schildkröte reitet? -- die Auflösung gibt es bei Teilnahme an 24 Wanderritten der Akademie [Hui!] Der Dienstag folgt...

1. & 2. Etappe - Wien - Prag

Anfang Juni startet Wanderreiten im Havelland & Gäste knapp nördlich von Wien mit 7 Pferden.

 

Zum Auftakt Picknick mit Umtrunk auf der Jakobs-Anhöhe mit weitem Blick ins Land.

 

Unser erstes Ziel: Ernstbrunn. Die Menschen übernachten im Ökogasthof Luger, die Pferde auf dem benachbarten Reiterhof. Wir kennen uns vom letzten Jahr und werden von den Inhabern mit Sekt begrüßt und am nächsten Tag mit einigen Flaschen grünem Veltliner aus den eigenen Weinbergen verabschiedet.

 

Richtig - wir reiten durch's Weinviertel! Liebliche Landschaft, sanft geschwungen, die Wege schlängeln sich durch die Weinberge, die Pferde schreiten munter aus und wir Flachländer genießen die weiten Aussichten.

 

Letztes Picknick auf österreichischem Boden an der Hubertuskapelle. Und dann gen Norden, durch noch zwei Weinberge und dann ist Tschechien. Unspektakulär.

Zwischen zwei Rebzeilen verläuft die Grenze. Nur ein verwittertes Schild weist darauf hin, daß hier mal eine richtig ernst zu nehmende Grenze war. Unser erstes Ziel in Tschechien: ein Vollblutgestüt in der Nähe von Znaim. Mit Hotel und Restaurant. Hätte es in den letzten Wochen nicht so stark geregnet, hätten wir noch ein paar herrliche Galoppstrecken gehabt durch die weite Felderlandschaft. Aber schon Herr Kneipp hat ja ne Menge von Wassertreten gehalten ...

 

Dann Pausentag und Znaimbesichtigung. Uns alle hat die liebevoll restaurierte, barocke Innenstadt beeindruckt. Und zur Abkühlung - wir hatten gut über 30°C - dann die unterirdische Stadt mit ihren geheimen Gängen und gruseligen Geschichten ...

 

Am nächsten Tag ein richtig langer Reittag, von Znaim nach Bitov. Heute hat sich unsere Tagebuchschreiberin zu unserem allergrößten Bedauern eine ganz gemeine Prellung zugezogen. Eine Weile hatten wir alle gehofft, daß sie wieder einsteigen kann. Aber Prellungen sind ja leider eklig langwierig ... Gute Besserung, liebe Sonja und freu mich sehr auf die nächsten Ritte mit Dir!

 

Heute war es richtig gebirgig. Und unsere Flachlandpferde kraxeln die Berge rauf und runter, als wären sie Bergziegen. Tief unter uns schimmert sattblau die Talsperre der Thaya. Herrlich, daß in Tschechien alle Wanderwege für's Reiten freigegeben sind. Und Tschechien ist das Land mit den meisten und am besten ausgezeichneten und kartographierten Wanderwegen!

Wenig später gelangen wir an die Elbe. Wie wird's hier aussehen? Aber hier, kurz vor Kolin, war der Fluß nicht über die Ufer getreten. Und viele Kilometer lang folgten wir dem Lauf des Stromes. Es wurde heißer und heißer. Andruscha fragte, ob Zeit für ein kleines Bad sei ...Na klar. Also Pferde an die Bäume gebunden und ab in den Fluß! Herrlich!

 

Ruhetag in Kolin. Und Besichtigung des Gestüts Kladrub. Aufgrund von Veruntreuung von EU- Geldern waren einige aus dem Management kürzlich hinter Gitter gewandert. Eigentlich gab es daher gar keine Führungen. Aber wir hatten Glück. Eine Spontan-Führung kam zustande, die Sales-Managerin führte uns durch dieses älteste Gestüt Europas. Großrahmige, ramsnasige Pferde, heute früh war eine Delegation aus Dänemark da, um einzukaufen für die königlichen Paraden.

 

Und weiter an der Elbe. Immer noch keine Abkühlung. Mal weite Auen, mal so dichter Urwald, daß wir absitzen und unsere Pferde durch den verwunschenen Weißdorn- und Holunderwald führen müssen.

 

Nymburk. Die Pferde übernachten im Park, neben dem Hotel. Am nächsten Tag verlassen wir den Lauf der Elbe gen Norden. Bald schon erreichen wir die Jisera, die Iser. Auch hier ein ganz schmaler Pfad, rechts unter uns der Flußlauf, links geht's steil die Felswand hinauf. Unsere Schweizerin lacht nur darüber, für uns Flachländer ist das schon richtig Gebirge ...

 

 

 

Übernachtung in Horky, auf der Burg. Die Pferde auf dem Fußballplatz. Am nächsten Tag sechs Kilometer über die Iser-Wiesen. Gerade gemäht, herrliches Geläuf, federnd.

Etwas später: ein Waldweg war aufgrund umgestürzter Bäume unpassierbar geworden. Rechts unten der Fluß, links gings steil in den Hang. Der Alternativweg erwies sich als noch viel hübscher ... Mlada Boleslav. Wir ritten durch die nicht gerade kleine Stadt und der Wanderweg ist so angelegt, daß man kaum etwas von der Stadt mitbekommt. Und das Handpferd frei laufen lassen konnte ...

Angekommen in Bela pod Bezdezem. Und am nächsten Tag mit dem Auto nach Prag. Auf dem Karlsplatz erwartete uns schon Robert Simon mit Mannen. Zünftig im Wachsmantel. Musik! Und Tanz der Rittmeister an historischem Ort. Der Staffelstab wird weitergereicht. Gute Wünsche, ein Umtrunk. Dann heißt es Abschied nehmen.

 

Guten Ritt an Robert und seine Mitreiterinnen und Mitreiter! Und auf Wiedersehen in Reckenthal!

Dienstag, 11. Juni 2013 - Grenzgänger

von Mailberg nach Znaim

Unser dritter Tag führt uns über unsere erste Grenze, von Österreich nach Tschechien. Leider bekommen wir davon nichts mit, denn auf unserem Feldweg entlang von Weinstöcken gibt es nicht mal ein Schild. Und ehe wir uns umsehen, sind wir schon in Tschechien.

 

Leider hat der Regen der letzten Nacht die Wege völlig durchgeweicht, so dass längere Galoppaden heute leider ausfallen müssen.

 

Am Abend erreichen wir unser Quartier für die nächsten zwei Nächte, das Gestüt Horsefarm Kroutilik in Lechovice bei Znaim. Nach einer kleinen Führung durch das Gestüt, auf dem Rennpferde gezüchtet werden, lassen wir den Abend bei einem deftigen tschechischen Abendessen ausklingen, denn morgen haben die Pferde und wir unseren ersten freien Tag.

Montag, 10. Juni 2013 - Galopp durchs Weinviertel

von Ernstbrunn nach Mailberg

Nach einer erholsamen Nacht im Gasthaus Luger in Ernstbrunn geht es auf zur zweiten Etappe nach Mailberg. Der Weg führt uns entlang an Weinbergen und Heurigenkellern durchs österreichische Weinviertel.

 

Wir haben Glück und die Gewitter ziehen an uns vorbei, so dass wir traumhafte und kilometerlange Galoppstrecken entlang einer malerischen Kulisse genießen können, ehe wir abends im Schlosshotel Mailberg einkehren und die Weine der Region verkosten.

Sonntag, 9. Juni 2013 - Los geht's

von Oberrohrbach nach Ernstbrunn

Das Abenteuer startet: die erste Etappe der Stafette 2013 beginnt 25 km nördlich von Wien, in Oberrohrbach. Eigentlich. Denn das Hochwasser der letzten Tage führt dazu, dass sich
der Pferdetransporter, der unsere Pferde von Deutschland nach Österreich bringt, verspätet und statt 8 Uhr morgens erst um 13 Uhr um die Ecke biegt.

 

Daher beginnt das Abenteuer gemütlich mit einem guten Schluck Rotwein zum Mittag und einem kleinen Ritt auf dem Jakobsweg in Niederösterreich.

 

Am Abend erreichen wir den Pferdehof in Simonsfeld bei Ernstbrunn , auf dem die Pferde übernachten und werden mit einem kühlen Glas Sekt empfangen. Ein fulminanter Auftakt.

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